Wir freuen uns mit Ihnen über die Geburt Ihres Kindes. Wir wünschen Ihrem Neugeborenen und Ihnen Gesundheit, Gedeihen und Gottes Segen!
Nun haben Sie sich dazu entschlossen, Ihr Kind taufen zu lassen. Ein wichtiger Schritt im Leben Ihres Kindes und in Ihrem eigenen. Manche überlegen, ob sie Ihr Kind nicht später taufen lassen sollen, wenn es sich selbst entscheiden kann. So wichtig ein solcher Gedanke ist, hat doch die Säuglingstaufe ihren guten, bewährten Sinn.
Alle wesentlichen Weichen im Leben Ihres Kindes stellen Sie als Eltern. Und das ist gut so. Denn Leben heißt zu aller erst nicht sich frei entscheiden, sondern Hinweinwachsen in ein Netz von Vertrauensbeziehungen, das andere vor mir und für mich geknüpft haben - und an dem ich weiterknüpfe. In diesem Rahmen kann mein Kind selbst vertrauen lernen und Vertrauen ausstrahlen, und so sein eigenes Ich nach und nach entwickeln - als Glied einer Kette, als Teil eines Netzes. Ohne „Vertrauen" kein Leben. So ist das zentrale Wort der Bibel, „Glauben", in den Urtexten identisch mit dem Wort „Vertrauen".
(Wenn Sie mehr wissen wollen: Im Evangelischen Gesangbuch finden sich in dem grünen Teil „Worte zum Glauben und Leben" Abschnitte zu den Stufen des Lebens. Unter Geburt und Kindheit stehen Gedanken und Gebete und unter Taufe eine Einführung zum Thema Taufe: Was geschieht bei der Taufe, Ablauf des Taufgottesdienstes, die Tauffragen an Eltern und Paten, Beteiligungsmöglichkeiten der Familie, Tauferinnerung feiern uv.a.m. (EKG S. 1374-1394)
Die Taufe ist eines der beiden Sakramente unserer Kirche. Sie ist ein sichtbares Glaubensgeheimnis. Diese sind von Jesus selbst eingesetzt, mit einem unsichtbaren Segenswort und einem sichtbaren Element, hier dem Wasser, verbunden. Durch die Taufe wird ein Mensch Christ und Glied der weltweiten Kirche Jesu Christi. Es ist die einzige Amtshandlung, den die drei großen christlichen Konfessionen wechselseitig als gültig anerkennen. Die Taufe öffnet das Tür zur Vergebung und damit zum Himmel. Das Wesentliche zur Taufe, kurz gefasst, findet sich in Martin Luthers Kleinem Katechismus im sog. 4. Hauptstück Das Sakrament der heiligen Taufe (EKG 1560f.)
Ab wann ein Mensch diese Glaubensinhalte bewusst bekennen kann, ist von außen kaum zu beurteilen. Wichtig ist vor allem, dass, wie in allen anderen Bereichen des Heranwachsens, Eltern und Vertrauenspersonen der unterschiedlichen Generationen den Weg begleiten. Großeltern können hier eine ganz wichtige Rolle spielen.
Mindestens zwei bis drei Monate vor dem vorgesehenen Tauftermin klären die Eltern diesen mit dem Pfarrer, der Pfarrerin ihrer Ortsgemeinde ab. Je nach örtlichen Traditionen sind Tage und Uhrzeiten unterschiedlich.
Zur Vorbereitung findet ein persönliches Vorbereitungsgespräch zwischen Eltern und Pfarrer/in statt, wo möglich, zusammen mit den Paten.
In unserer Gemeinde bringt der Pfarrer einen Korb mit Büchern zur religiösen Erziehung mit. Er ist bunt gemischt aus Klassikern und Neuerscheinungen, verschiedenen Kinderbibeln, Büchern und Anregungen zu Gebet und Glauben. Dieser bleibt ein paar Tage zum Schmökern bei den Familien.
Bei dem Gespräch wird auch der Ablauf der Taufe und die Möglichkeiten der Beteiligung der Familie am Taufgeschehen besprochen.
Die Taufe dauert etwa eine Stunde. Sie findet in der Ortskirche statt. Haus- oder Landschaftstaufen sind nicht üblich. Sie kann im Hauptgottesdienst, bei Familiengottesdiensten oder bei Kirchenfesten, z. B. in der Osternacht, gefeiert werden, wenn die äußeren Umstände es zulassen.
Es ist schön, wenn sich die Tauffamilie in vielen Bereichen an dem Taufgeschehen beteiligt:
Mindesten ein Pate ist notwendig. Er muss evangelisch sein. Mögliche weitere Paten müssen einer christlichen Kirche angehören, nicht notwendig der des Täuflings. Sie müssen sich bei dem Pfarramt ihres Wohnsitzes eine sog. Patenbescheinigung besorgen und diese mit den Taufunterlagen der Eltern einreichen. Pate kann nicht sein, wer gegenwärtig keiner Konfession angehört („Ausgetretene"). Aber der Wiedereintritt aus Anlass der Geburt und Taufe und des Angebotes des Patenamtes ist für manche eine sehr sinnvolle Handlung.
Wer auswärts tauft und nicht die Ortskirche und den Pfarrer in Anspruch nimmt, fordert beim Heimatpfarramt kostenfrei eine sog. Dimissoriale an.
Die Tauffamilien sind eingeladen, an dem Sonntag, an dem ihre Taufe im Hauptgottesdienst abgekündigt wird, in die Kirche zu kommen. Auf diese Weise gibt es einen guten (manchmal ersten) Kontakt zwischen Ortsgemeinde und der Tauffamilie. Und gerade, wenn die Taufe in einem eigenen Gottesdienst gefeiert wurde, kann die Gemeinde nun die Tauffamilie willkommen heißen.
Die Taufe ist Geschenk und Beginn eines Lebens als ChristIn.
In Erinnerung an unser Getauft sein feiern wir jedes Jahr im Juli einen großen Tauferinnerungsgottesdienst mit anschließendem Brunch im Gemeindegarten
In Erinnerung an den persönlichen Tauftag bekommen die Familien in unserer Gemeinde jedes Jahr bis zum Eintritt in die Schule einen Taufbrief unserer Gemeinde zugeschickt (s. Taufbriefe).
Wenn die Kinder in die erste Klasse kommen, sind sie zum Schuleinsegnungsgottesdienst eingeladen, bei dem jedes Kind den Segen des Pfarrers für seinen Schulweg und eine eigene Schulbibel von der Gemeinde geschenkt bekommt. Da beginnt die Zeit, in der es selbst die biblischen Geschichten lesen und seinen eigenen Platz in der Kinderkirche unserer Gemeinde finden kann.
Kindergottesdienst findet jeden Sonntag parallel zum Hauptgottesdienst statt - auch in den Ferien. Krabbelgottesdienst einmal im Monat. Termine finden Sie im Gemeindebrief
Alle Veranstaltungen der Kinderkirche Solln finden Sie im Familienkalender 2009/10
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Tel. 089/79 43 69
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